Warum Tänzer ein Clubhaus brauchen

Die geschwollenen Füße wollen gekühlt werden.
"Ja, ach Tanzen - meine Tochter macht auch gerade die Tanzschule!" - Diese sicherlich nett gemeinte Interessensbekundung für's Tanzen stehen sich nicht selten Tanzsportler gegenüber.
 
Zwischen den im allgemeinen mit unternehmerischem Interesse von Tanzlehrern geführten Tanzschulen und den von gewählten Vorständen gelenkten Tanzsportvereinen bestehen allerdings doch ein paar Unterschiede. Entscheidet sich beispielsweise ein tänzerisch gänzlich Unbedarfter einige Schritte zum abendlichen "Schwof" beim Volksfest zu erlernen oder möchte man ein paar mehr Schritte als die gewöhnlichen "Foxtrott-Schritte" erlernen, so ist in erster Linie der Gang zu einer Tanzschule empfohlen. Hat man aber "Blut geleckt" und sieht nun seine Berufung im allabendlichen harten Tanzsporttraining, um auch bei Tanzsportturnieren in den Medaillenrängen mit zu mischen, so ist der Gang zu einem der Mitgliedervereine des Deutschen Tanzsportverbandes (DTV) vorprogrammiert.

Diese Beispiele freilich sind nur als grobe Orientierung anzusehen, denn allabendliches Tanzsporttraining ist allerdings auch im Tanzsportverein nicht unbedingt die Regel. Die meisten Vereinsmitglieder treffen sich in der Regel in ihrer von Trainern oder Übungsleitern geführten Gruppe ein- bis zweimal in der Woche in lockerer Runde. Zum einen um ein paar neue Schritte zu erlernen, zum anderen um das Erlernte zu festigen.

Vor einem Beauftragten des DTV legen Tanzsportler einmal im Jahr dann auch die Prüfung für das "Deutsche Tanzsportabzeichen" ab. Erfreulicherweise haben sich beim Tanzsportclub Neuwied sehr viele Mitglieder für den Turniertanzsport entschieden, der -wie jede Turniersportart - nachhaltiges Training abverlangt. Etwa 4 mal die Woche 2 Stunden sind hier die Basis, um vor anderen Turnierpaaren, auf die man in den Tanzsportturnieren trifft, erfolgreich bestehen zu können.

Als Trainer für die Neuwieder Turnierpaare konnten die Profis Horst und Marga Neumann sowie Patrick Zimmermann für die Standardtänze sowie Michael Frank für die Lateintänze verpflichtet werden. Deren große Aufgabe ist, daß Tanzsport den Turnierpaaren nicht nur Spaß macht (was bei Tanzschulen oder in den Breitensportgruppen im Verein im Vordergrund steht), sondern daß es auch gut aussieht. So zumindest bei den Wertungsrichtern, die letztendlich bei Turnieren die entscheidende Rolle spielen.

Weite, "raumgreifende" Bewegungen sind gerade bei den fünf Standardtänzen entscheidend für die optische Wirkung des Tanzpaares. Eine Fläche von mindestens lOxl6 Metern, wie sie im neuen Clubhaus gleich zwei mal zur Verfügung steht, ist hier also Voraussetzung. Tanzschulen kommen daher meist mit kleineren Rächen aus. Auch der Bodenbelag ist entscheidend für die optische Wirkung des Tanzens und auch für die Langlebigkeit derer beim Tanzsport beanspruchten Knochen und Gelenke der Tänzer. Genügen dem "Gelegenheitstänzer" Fliesen oder auch schon mal Teppichbodenbeläge, die er mit Alltagsschuhen betanzt, so ist der Tanzsportler auf einen Parkettbodenbelag (besser noch einen sog. Schwingboden - wie im neuen TSC-Oubhaus verlegt) und spezielle Tanzschuhe angewiesen.

Aufführung im alten Clubheim
Aufgrund der weiten Bewegungen darf der Boden nicht zu glatt sein -aber auch nicht zu stumpf, damit die Bewegungen nicht "abgehackt" erscheinen. Wer bereits echte Tanzschuhe anhatte und sich auf "tanzsportmäßig gewachstem" Parkettboden bewegt hat, weiß dies nachzuvollziehen. Neben den genannten Breitensportgruppen, von denen allein fünf regelmäßig unter Anleitung trainieren, sowie den oben genannten Turniergruppen werden derzeit auch drei Nachwuchsgruppen betreut.

Mit dem neuen Clubhaus stehen nun zwei speziell für den Tanzsport zugeschnittene Säle zur Verfügung, die noch einige weitere Gruppen aufnehmen können. So wird vielleicht noch das ein oder andere weitere Mitglied seine Freizeit zukünftig im "neuen Tanzsportclub" in Neuwiedverbringen.

Ein Erklärungsversuch
von Stefan Raab

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Landesmeisterschaften 2012:
RLP-Meisterschaften in den Lateintänzen für die Kinder-, Jugend-, Junioren- und Hauptgruppe-Paaren in allen Leistungsklassen

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