Das SkatingsystemEs geht dabei in zwei Schritten vor und hat insofern zwei grundlegende Ideen:
Zunächst einmal werden also die summengleichen Paare hinsichtlich der Plätze in den verschiedenen Tänzen betrachtet. Dabei ist zu fragen, welcher Platz gerade vergeben werden soll, bei welchem Platz sich also gerade das Problem von mehreren summengleichen Paaren stellt. Dann sieht man nach, welches Paar in den verschiedenen Tänzen der Endrunde am häufigsten diesen oder einen besseren Platz erzielt hat. Das Paar mit der einfachen (!) Mehrheit bekommt daraufhin den Platz zugesprochen und man wendet sich der weiteren Vergabe der Plätze der Endrunde zu, so als wäre nichts gewesen. Insbesondere wenn immer noch mehrere Paare mit der selben Summe wie soeben vorhanden sind, wird erneut nach dem jetzt zu vergebenden Platz gefragt und wieder nach einer einfachen Mehrheit gesucht. Es werden also keinesfalls (!) die Endrundenplätze einfach in der Reihenfolge der Zahl der gleichen oder besseren Einzeltanzplätze vergeben! Einzig und allein das Paar mit der Mehrheit erhält einen Platz zugesprochen. Für alle anderen geht die Prozedur noch einmal von vorne los! Hier ist vor allem wichtig, dass eine einfache Mehrheit zur Platzvergabe völlig ausreicht. Es muss keineswegs eine absolute Mehrheit wie im Majoritätssystem sein. Sofern sollten die Systeme nicht verwechselt werden! Hat hingegen bei der Suche nach einer einfachen Mehrheit kein Paar eine Mehrheit, haben also mehrere Paare die selbe Anzahl an gleichen oder besseren Plätzen, so wird die Quersumme über diese gleichen oder besseren Plätze gebildet - gleich oder besser gegenüber dem Platz, der gerade für die gesamte Endrunde zu vergeben ist. Das Paar mit der niedrigsten Quersumme erhält dann den gerade zu vergebenden Platz und es wird wie oben weiter gemacht: also zum nächsten Platz gehen, der zu vergeben ist, und notfalls das Verfahren noch einmal wiederholen, wenn immer noch summengleiche Paare vorhanden sind! Das ist hier vielleicht am meisten gewöhnungsbedürftig, dass einige Paare erst einmal völlig leer ausgehen! Hat jedoch auch kein Paar die niedrigste Quersumme, sondern haben mehrere Paare jeweils die kleinste Quersumme, oder hat überhaupt kein Paar in einem einzigen Tanz einen Platz ertanzt, der gleich oder besser als der zu vergebende Endrundenplatz ist, so ist das Verfahren in einem zweiten Schritt noch etwas weiter zu treiben. Man stellt sich dazu die Wertungen aller Tänze der Endrunde als die Wertungen eines einzigen Tanzes vor. Es sind also für jedes Paar die Anzahl der Tänze Mal die Anzahl der Wertungsrichter an Wertungen zu berücksichtigen! Dann überlegt man sich, welche Mindestzahl bei so vielen Wertungen einer absoluten Mehrheit entspricht. Es geht hier also wieder um die absolute Mehrheit, jedoch nicht die absolute Mehrheit der Wertungsrichter, sondern die absolute Mehrheit für die Anzahl der Tänze Mal die Anzahl der Wertungsrichter! Wir kehren somit wieder zu Zügen des Majoritätssystems zurück, aber in einer neuen Anwendung! Die gefundene Mindestzahl für eine absolute Mehrheit merkt oder notiert man sich. Dann erinnert man sich noch einmal, welcher Platz der Endrunde nun gerade vergeben werden soll. Nun sucht man bezogen auf alle Wertungen der betroffenen Paare in der Endrunde das Paar mit der höchsten absoluten Mehrheit an Wertungen, die gleich oder besser als der gerade zu vergebende Endrundenplatz ist. Findet sich nicht auf Anhieb ein Paar mit absoluter Mehrheit so geht man eine Wertungsziffer weiter und sucht erneut - ganz wie man es aus dem Majoritätssystem kennt. Bei mehreren Paaren mit absoluter Mehrheit wird ferner das Majoritätssystem in seiner bekannten Form mit Platzvergabe an die höchste Mehrheit bzw. notfalls mit Quersummenbilung und Platzvergabe an die niedrigste Quersumme angewendet. Hier tritt also das Majoritätssystem wieder klar hervor: Jedoch mit einer neu berechneten absoluten Mehrheit, bezogen auf alle Wertungen eines Paares in der ganzen Endrunde und startend mit der Wertungsziffer, die dem gerade gesuchten Endrundenplatz entspricht! Wurde schließlich das Paar gefunden, das den aktuell für die Endrunde zu vergebenden Platz bekommt, so geht man zum nächsten zu vergebenden Platz der Endrunde weiter und startet das Verfahren wieder ganz von vorne mit dem ersten Schritt. Also wie schon beim ersten Schritt und anders als beim bekannten Majoritätssystem, erhalten nicht gleich alle betroffenen Paare auf Anhieb einen geeigneten Platz. Sind die geschilderten Regelungen bis zum Ende angewendet worden und zwei oder mehr Paare noch immer gleichauf, so bleibt nur noch eine Platzteilung oder eine Stichrunde. Darüber muss dann der Turnierleiter entscheiden, der die für das Turnier jeweils geltenden Regularien kennen sollte. Eine letzte Regelung ist noch wichtig. Bisher stehen folgende Möglichkeiten offen: 1. Unter den summengleichen Paaren ragt eines beim ersten Schritt durch eine einfache Mehrheit oder niedrigste Quersumme heraus und bekommt den Platz, für alle anderen geht es wieder von vorne los. 2. Alle (!) summengleichen Paare liegen am Ende des ersten Schrittes nach Anzahl der Plätze in den Tänzen und nach der Quersumme gleichauf, das Paar für den Platz wird also im zweiten Schritt gesucht. Ist es gefunden, geht für die anderen Paare alles wieder von vorne los. Findet sich keines, sondern sind immer noch Paare gleichauf, so gibt es eine Stichrunde oder geteilte Plätze. Für die am Ende nicht mehr gleichauf liegenden Paare geht es dagegen von vorne los. 3. Keines der summengleichen Paare hat sich in den Einzeltänzen einen entsprechenden Platz ertanzt. Auch hier muss das Paar für den Platz noch im zweiten Schritt gesucht werden. Es gilt damit das gleiche wie im vorausgehenden Fall. Was ist nun aber zu tun, wenn am Ende des ersten Schrittes zwar zwei oder mehr Paare gleichauf liegen, jedoch mindestens ein weiteres Paar schlechter liegt. Hier greift eine letzte Regelung: Die hinteren Paare können in diesem speziellen Fall bereits soweit als möglich gruppiert werden! Dabei leitet der Gedanke, dass die vorne gleichauf liegenden Paare ja nach Tänzen nicht unterscheidbar sind und darum keines von ihnen schlechter abschneiden sollte als ein dahinter liegendes Paar. Die gleichauf liegenden Paare sollen also nicht mehr durch ein Paar weiter hinten getrennt werden können, d.h. ein weiter hinten liegendes Paar soll sich nicht auf einen Platz zwischen die gleichauf liegende Paare schieben können. Es soll sich also niemand beklagen können, die beiden Paare hätten doch die gleiche Konstellation an Plätzen in den Einzeltänzen und würden doch durch ein Paar getrennt, das eine schlechtere Konstellation zeigt. Diese Regel bedeutet nun bei drei Paaren, von denen zwei gleichauf liegen, dass das dritte Paar bereits den schlechtest möglichen Platz zugesprochen bekommt - geht es eigentlich um den 2. Platz, so wäre das also der 4. Platz, da der 2. und der 3. Platz schon an die beiden anderen Paare zu vergeben sind. Bei vier Paaren, von denen drei gleichauf liegen, gilt das gleiche. Daneben können bei vier Paaren aber auch zwei Paare hinten liegen, aber zueinander ebenfalls gleichauf sein. Dann werden erst die Plätze für die vorderen beiden Paare gesucht und anschließend die Plätze für die hinteren beiden Paare. Sind bei den vier Paaren hingegen nur die vorderen gleichauf und die hinteren beiden nicht, so werden die Plätze für die vorderen beiden vergeben, für die hinteren beiden geht das Verfahren hingegen wieder mit dem 1. Schritt von vorne los. Analog lässt sich das Ganze für fünf Paar betrachten - was aber dann wirklich reichlich unwahrscheinlich ist! Das Skatingsystem kann also ziemlich kompliziert werden, was aber fast nie eintreten sollte. Betrachten wir also noch einmal der Reihe nach, was jeweils passieren kann: Wenn bei der Vergabe der Endrundenplätze jeweils höchstens zwei Paare summengleich sind, so lässt sich auf die angegebene Weise im Normalfall eine Reihenfolge herstellen. Das Paar, das den zu vergebenden Endrundenplatz nicht erhalten hat, bekommt einfach den nächsten, weil ja wegen der Summen sonst kein Paar ihm den Platz streitig machen kann. Im Ausnahmefalls kann es höchstens zu Platzteilung bzw. Stichrunde kommen. Bei drei und mehr summengleichen Paaren können die Dinge hingegen kompliziert werden. Solange sich jedoch ein Paar mit einer klaren Mehrheit bei den Einzeltänzen oder auch einer niedrigsten Quersumme findet, lassen sich die Fälle schnell lösen: das entsprechende Paar bekommt den Platz und man geht zum nächsten Endrundenplatz weiter. Sofern sind jetzt noch die Fälle zu betrachten, in denen die Paare ganz oder teilweise gleichauf liegen. Dafür gibt es im Prinzip drei Varianten: Die einfachste besteht darin, dass alle Paare, die zuvor summengleich waren, nun auch hier noch in Anzahl und Quersumme gleichauf liegen. Dann kann einfach in der oben angegebenen Weise mit Hilfe aller Wertungen aller Endrundentänze entschieden werden, wer den zu vergebenden Endrundenplatz bekommt. Für alle anderen soeben betroffenen Paare geht das Verfahren dagegen wieder für den nächsten Endrundenplatz von vorne los. Schlimmstenfalls kann es höchstens einmal noch zu einem geteilten Platz oder einer Stichrunde kommen. Und erst wenn alle summengleichen Paare ihren Endrundenplatz erhalten haben, geht es wieder für die Paare mit höherer Summe weiter. Nun können aber auch nur 2 von 3 oder 3 von 4 Paaren nach dem ersten Schritt noch immer gleichauf vorne liegen, während ein Paar bereits schlechter abschneidet - besser ist ja bereits durch die obigen Fälle abgedeckt! In dem Fall wird dem schlechten Paar der Platz in der Endrunde gegeben, den es nach den anderen gleichaufliegenden Paaren erreichen würde. Geht es z.B. um den 3. Platz, sind dafür drei Paare summengleich und zwei davon nun auch nach dem 1. Schritt noch gleichauf vorne, dann bekommt das dritte den 5. Platz - der 3. und 4. Platz ist sozusagen bereits den beiden besseren Paaren reserviert. Das Paar, das den eigentlich zu vergebenden Endrundenplatz erhält, muss dann noch im oben geschilderten zweiten Schritt vollzogen werden. Bei drei Paaren ist dann bereits alles soweit klar, da für das dritte Paar nur noch der Platz zwischen den beiden anderen übrig bleibt. Bei vier und mehr Paaren, wenn also mindestens drei Paare gleichauf vorne lagen, geht es für die verbleibenden Paare wieder zum ersten Schritt zurück und das Verfahren wird wieder von Neuem für den nächsten zu vergebenden Endrundenplatz gestartet. Alles klar? Das ist sicher alles andere als einfach! Schließlich noch die dritte Variante: Denn es kann ja auch vorkommen, dass vier Paare in der Endrunde die gleiche Summe aufweisen. Teilweise mag sich dann alles schon nach den bisherigen Mustern auflösen lassen. Es gibt aber auch noch die Möglichkeit, dass nach dem ersten Schritt zwei Gruppen existieren, in denen zwei Paare jeweils gleichauf liegen. Dann wird zuerst mit dem oben geschilderten zweiten Schritt die Gruppe der besseren Paare ausgewertet. Anschließend wird in gleicher Weise die hintere Gruppe abgearbeitet. Dieser Fall lässt sich jetzt noch auf füf und mehr summengleiche Paare ausdehnen. Man kann sich hier vielleicht fragen, wieso das Verfahren so oft komplett neu gestartet wird, sofern es immer noch summengleiche Paare gibt. Wieso denn nicht gleich in einem einzigen Verfahren allen entsprechenden Paaren einen Platz zuteilen? Dazu ist zu sagen, dass summengleiche Paare sportlich gesehen gleichwertig sind. Es handelt sich hier also nur um ein mathematisches Verfahren, um noch einen Unterschied herzustellen, damit eine Platzteilung bzw. eine Stichrunde vermieden werden kann. Die grundlegende Idee ist dabei, dass für jeden Platz zu suchen ist, wer gerade am besten passt. Da dabei wegen des ersten Schrittes vor allem einmal die Plätze in den Einzeltänzen eine Rolle spielen und das auch nur mit einfacher Mehrheit, ist das genannte Vorgehen durchaus berechtigt. Denn meist findet gar keine systematische Auswertung im Sinne des zweiten Schrittes statt, da sie nicht mehr nötig ist. Gerade der erste Schritt ist aber mit der einfachen Mehrheit so leicht konstruiert, dass sich allein an Hand diesen Kriteriums keine Reihenfolge rechtfertigen ließe. Es macht also Sinn, das Verfahren jeweils neu zu beginnen. Ein letztes sei zum Skatingsystem angemerkt: In Deutschland versteht man unter dem Skatingsystem das, was hier beschrieben werden sollte. Im englischsprachigen Raum umfasst das Skatingsystem eine Anzahl von 11 Regeln, die bereits das Majoritätssystem mit enthalten. Sofern sollte man sich nicht verwirren lassen, wenn manchmal mit Skatingsystem noch etwas anderes gemeint ist. Ebenso ist die Nummerierung der Regeln des englischen Skatingssystems nicht identisch mit dem deutschen Majoritätssystem. | Facebook Bildergalerie Landesmeisterschaften 2012: Tags ![]() ![]() ![]() ![]()
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